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09.02.2021 - 13:11 Uhr

IHK-Konjunkturanalyse Mainfranken Jahresbeginn 2021

Pandemie belastet Unternehmen unterschiedlich stark

Die Corona-Pandemie hat zum Jahreswechsel 2020/2021 weiterhin großen Einfluss auf die Konjunktur in Mainfranken.

Während vor allem die Industrie vergleichsweise gut durch die Krise kommt, ist die Situation in der Gastronomie und im Tourismus verheerend.  

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage in einem Wert zusammenfasst, erreicht zum Jahresbeginn 99 Punkte. Damit bewegt er sich nach dem kräftigen Konjunktureinbruch im Frühjahr 2020 (84 Punkte) und der Erholung im Herbst (102 Punkte) nahe der neutralen Grenze von 100 Punkten, die ein Gleichgewicht von positiver und negativer Gesamtstimmung bedeutet. „Die konjunkturelle Erholung aus dem Herbst ist vorerst gestoppt. Es ist jedoch beachtlich, dass wir uns trotz der deutlich angespannteren Corona-Situation  auf ähnlichem Niveau wie im Herbst 2020 bewegen“, erläutert IHK-Präsident Dr. Klaus D. Mapara.   

Er verweist in erster Linie auf die Beurteilungen der laufenden Geschäfte: 33 Prozent der mainfränkischen Unternehmer bewerten diese als gut, 23 Prozent klagen über schlechte Geschäfte. Per Saldo bleiben die Lagebeurteilungen mit zehn Punkten auf einem ähnlichen Niveau wie im Herbst 2020 (Saldo: 7 Punkte), büßen jedoch binnen Jahresfrist, das heißt vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, um 23 Zähler ein. „Ein detaillierter Blick auf unsere Zahlen verdeutlicht, dass die regionale Wirtschaft tief gespalten ist. Während sich vor allem die Industrie wieder zur treibenden Kraft der konjunkturellen Entwicklung mausert, laufen die Geschäfte in jenen Branchen, die besonders von den Corona-Beschränkungen betroffen sind, deutlich schlechter. Dazu zählen vor allem der Handel, die Gastronomie und der Tourismus“, ergänzt der IHK-Präsident.  

Kaum Zuversicht unter mainfränkischen Unternehmern  

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2021 macht sich unter den regionalen Unternehmen Ernüchterung breit. Im Vergleich zur Herbstbefragung haben sich die Aussichten – abgesehen von der Industrie – branchenübergreifend verschlechtert. Insgesamt rechnen 22 Prozent (Herbst: 19 Prozent) der Unternehmer, dass sich ihre Geschäfte im Jahresverlauf verbessern, 32 Prozent erwarten eine Verschlechterung (Herbst: 23 Prozent). Der Saldo fällt von minus vier Punkten im Herbst auf minus zehn Punkte.  

„Durch den seit Ende des vergangenen Jahres anhaltenden Lockdown, die derzeit beschränkte Impfstoffverfügbarkeit und das Auftreten diverser Mutationen schwindet die Hoffnung auf eine baldige Geschäftsbelebung. Viele Unternehmen stehen bereits heute mit dem Rücken zur Wand. Die finanziellen Polster sind aufgebraucht, jeder Fünfte Betrieb klagt mittlerweile über Liquiditätsengpässe und etwas mehr als jeder Zehnte sieht sich mit einer zunehmenden Insolvenzgefahr konfrontiert. Die seitens der Bundesregierung zugesagten Fördermittel sind oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, mahnt der IHK-Präsident. Er hofft, dass die Überbrückungshilfe III unkompliziert umgesetzt wird und erwartet von der Politik, den Unternehmen mehr Planungssicherheit zu verschaffen, indem man ihnen eine klare Öffnungsperspektive bietet: „Das Hangeln von Woche zu Woche, von einer Ministerpräsidentenkonferenz zur nächsten, macht jegliche Planung nahezu unmöglich und lässt unsere Unternehmer verzweifeln.“  

Die verschlechterten Aussichten auf die kommenden Monate spiegeln sich auch in der Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider: Ein Drittel der Firmen möchte weniger oder gar nicht investieren. Nur jeder Fünfte will künftig mehr Geld in die Hand nehmen. Als Investitionsmotive nennen die Unternehmen vor allem die Ersatzbeschaffung sowie Rationalisierungen. Stichwort Personalplanung: 71 Prozent der Betriebe gehen davon aus, ihre Belegschaftsgröße konstant halten zu können – auch dank der Kurzarbeit. Zeitgleich befürchtet jedoch jeder Fünfte, in den kommenden Monaten Jobs streichen zu müssen. „Dies bedeutet keinesfalls Aufbruchstimmung. Unsere Wirtschaft stellt sich auf ein weiteres hartes Jahr ein“, so der IHK-Präsident.  

Die Konjunktur-Befragung wurde im Zeitraum vom 12. bis 21. Januar 2021 durchgeführt. Von 724 befragten Unternehmen haben sich 241 beteiligt. Die vollständigen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage mit ausführlicher Branchenauswertung finden Interessierte unter: www.wuerzburg.ihk.de/konjunktur 

Information:
Elena Fürst
Tel. 0931 4194-320
E-Mail: elena.fuerst@ wuerzburg.ihk.de